Ein Mal professionell kochen – Ein Sternekoch macht Schule

kochen 1Das war schon immer ein Traum von vielen, der am 06.02.2020 in Erfüllung ging! An diesem Tag kam der Sternekoch Stefan Marquard zu uns in die Mensa und hat mit 22 Schülerinnen und Schülern des Abtei-Gymnasiums gekocht, rockig und über alle Altersgrenzen hinweg – von der fünften Klasse bis zum Abiturienten waren alle dabei.

Es fing schon um 7:30 Uhr mit den Vorarbeiten an. Wir Schüler kamen alle in die Mensa und waren noch ein bisschen müde, aber auch sehr motiviert. Wir haben uns gut mit Stefan verstanden und waren gleich per „Du“. Später hat er auch gesagt, dass wir alle auf Augenhöhe sind und uns so auch besser unterhalten können. Wir wurden in Gruppen eingeteilt. Die eine war zuständig für Smoothies, die andere fürs Fleisch, eine für die Soße, wieder eine andere für das Gemüse. 

Vor allem das Gemüse und die Smoothies waren wirklich harte Arbeit... Immerhin galt es über 900 Smoothies zu mixen sowie fast 500 Essen vorzubereiten und zu kochen.

Um ehrlich zu sein, war es am Anfang noch etwas chaotisch und alle waren sehr aufgeregt, doch nach und nach wurde die Stimmung entspannter. Wir Schüler hatten an diesem Tag eines gemeinsam, wir mussten zusammen sieben Schulstunden in einer Großküche verbringen und das geht nur, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen und ein Team bilden. Und so haben sich die Oberstufenschüler, Fünftklässler und Mittelstufenschüler zusammengetan und gemeinsam angepackt. Wir haben uns super verstanden! Eine Situation, die es auf dem Schulhof wahrscheinlich noch nie gegeben hat. Wir hatten alle Lust zu kochen. Und davon sehr viel. Wir mussten nun mal die ganzen Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums, die Hunger hatten, verköstigen und das war unser gemeinsames Ziel: Thai-Curry und ein Süßkartoffel-Soufflé standen auf der Speisekarte und daran mussten wir uns halten. Die Zutaten brachte unserer Caterer aus Bornheim, die Lehmanns Catering GmbH, mit. Der Chef kam sogar persönlich mit seinem Team vorbei und half uns. 

 

Den Ablauf und die Art zu kochen hat aber Stefan Marquard vorgegeben. Und so haben wir wirklich angefangen mit Stefan zu kochen. Zuerst hat er uns den ,,Aktivator" erklärt. Das ist eine Zucker- und Salz-Mischung, um generell Gemüse und Fleisch um das vierfache schneller zu garen. Und das ohne Gewichtsverlust und Verlust von Vitaminen und Mineralstoffen. Das sind wirklich Tipps vom Profi. Stefan hat versucht, mit jedem zu reden und jedem die bestmöglichen Tipps zu geben. Doch am Ende sagte er selbst, dass nicht er gekocht hat, sondern wir Kids. Das ganze Projekt wurde die ganze Zeit mit der Kamera begleitet. Einige Schülerinnen und Schüler unserer Projektkurse aus dem Kultour-Bereich haben fotografiert. Ein Schüler hat sogar für sein Dokumentations-Projekt gefilmt und die Presse war ebenfalls da. Wir sind sogar in der Zeitung!

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Beim Kochen selber ist nichts Spannendes passiert, wir haben uns schließlich an das Rezept gehalten. Außer wenn Stefan da war, dann ist er immer vom Rezept abgewichen und wollte noch mehr Gewürze. Profi ist eben Profi.

Dann gab es natürlich noch die Smoothies. Die haben die Fünftklässler mit Hilfe der Mittelstufe gemeistert. Um auch hier ehrlich zu sein, sind die Kids richtig durchgedreht. Ein bisschen frisches Obst, Ananas, Beeren und Bananen, alles rein damit und kostenlos! Am Ende des Tages haben wir mehr als 950 Smoothies herausgegeben. Die Zutaten für die Smoothies hat übrigens der Förderverein unserer Schule und die Bäckerei Voosen bezahlt.

Unser Pulheimer Bürgermeister, Frank Keppeler, hat hierzu 50 € gespendet. Vielen Dank für die großzügigen Spenden!

Dann kam die Mittagspause und wie die meisten es kennen, wird jetzt das Essen ausgegeben. Diese Aufgabe hatten natürlich wir an diesem Tag. Wir mussten den Schülerinnen und Schüler das Essen geben und selber einschätzen, wie viel auf den Teller kommt. Das ist gar nicht einfach und unsere Damen der Bäckerei Voosen verdienen hier echt unseren Respekt! Die machen das schließlich jeden Tag! Danach durften auch wir endlich selber mal essen und wir alle kamen zu dem Entschluss, dass wir dafür sogar gerne Geld bezahlt hätten und es sehr lecker war.

Nach der Mittagspause war es für manche vorbei, für die meisten jedoch nicht, denn Stefan hat im Anschluss -  von 14 Uhr bis 16 Uhr - für alle, die dazu Lust hatten, die wichtigsten Tipps einfach mal „vorgekocht“. Er hat jedes Gemüse in nur zwei Minuten gekocht und uns erklärt, warum das bei ihm so schnell geht. Der Schlüssel zum Erfolg ist der Aktivator. Zucker und Salz. Und das klappt auch bei Fleisch und Fisch, wenn man dieses – etwa im Backofen – auf Kerntemperatur vorerhitzt. Soll das Fleisch oder der Fisch rosa bzw. glasig werden, reichen 55 Grad und das 10 Minuten je 100 Gramm. 77 Grad nimmt man, wenn man es gut „durch“ mag. Natürlich soll man bei Meeresfrüchten und Geflügel grundsätzlich keine Experimente eingehen und gleich die 77 Grad nehmen.

Der Tag war wirklich super! Von der Organisation, welche von Frau Gelb und Herrn Nachreiner kam, bis zum fertigen Essen, es war lustig und sehr interessant, sich die Profi-Tipps von Stefan anzuhören. 

Guten Appetit!!

Gabriel Ribeiro Paetzel

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